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Beitrag erstellt am: 09.04.2009
Pro & Contra: Formaldehyd - Exposition in Flächendesinfektionsmitteln
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Ein Beitrag von:
EQmed Redakteur

Durch die Neubewertung von Formaldehyd des Bundesinstitutes für Risikobewertung wurde der Safe-Level auf 0,1 ppm als Grundlage für die Anwendungsempfehlung des VAH (4/2007) veröffentlicht.
Die Überschreitung des Safe Levels wird in vorgenannter Anwendungsempfehlung des VAH bei handelsüblichen Desinfektionsmitteln mit Anteilen an Formaldehyd i.d.R. schon bei Routinedesinfektionsmaßnahmen überschritten.


In dem Zusammenhang wurde auf die BG/BIA –Empfehlung zur Überwachung von Arbeitsbereichen (2002) verwiesen, aus der die Messergebnisse entnommen wurden.
Hieraus ist zu entnehmen, dass Desinfektionsmittel mit Formaldehydwirkstoffgehalten zwischen 5 und 12% zur repräsentativen Beurteilung herangezogen wurden und diese den MAK – Wert von 0,37mg/m3 in einer 0,5%igen Lösung nicht überschreiten.
Grundsätzlich wurde bei den Publikationen und Messergebnissen von einer konstanten Raumbelastung ausgegangen unter Berücksichtigung verschiedener Lüftungsintervalle.
Ferner ist aus den Unterlagen zur Toxikologie publiziert, dass erst eine Belastung von > 4ppm (Appel 2006) zur gesundheitsschädigenden Wirkung beim Menschen führt.

Diese unterschiedlichen Parameter der Beurteilung machen einen Rückschluss auf ein einzelnes Desinfektionsmittel und dessen Exposition im Arbeitsalltag schwierig.

Auch eine speziell mit Dr. Schumacher Optisept und Dr. Trippen Desomed Perfekt vorgenommene Expositionsmessung wären aufgrund der sehr unterschiedlichen Raum-/ und Lüftungsbeschaffenheiten nicht repräsentativ.

Da in den Präparaten Optisept und Desomed Perfekt lediglich 3,5g Formaldehyd enthalten sind, kann in den Anwendungskonzentrationen zur Routinedesinfektion bei 0,5%-1h von einer Überschreitung des MAK-Wertes bei durchschnittlichen Belüftungsmaßnahmen und einer einhergehenden Gesundheitsschädigung nicht ausgegangen werden.

Die Emission von aldehydhaltigen Mitteln in wässriger Lösung läuft im Gegensatz zu alkoholischen Mitteln wesentlich langsamer ab und das Personal ist üblicherweise nicht während der gesamten Einwirkzeit/ Anwendungszeit der Belastung ausgesetzt.
Darüber hinaus muss bei der Anwendung von Desinfektionsmitteln eine gute Belüftung stets sichergestellt werden, so dass hier auch von einer Überschreitung des MAK-Wertes nicht unbedingt ausgegangen werden muss.

Generell empfehlen wir jedoch bei der Anwendung von Optisept oder Desomed Perfekt, auch in den Routineanwendungskonzentrationen, auf ausreichende Lüftungsmamßnahmen zu achten

Da die Anwendungsempfehlung des VAH eine konkrete Empfehlung von alternativen Desinfektionsmaßnahmen im Falle des Auftretens von meldepflichtigen Infektionskrankheiten nach §18IfSG offen lässt und hier von einer grundsätzlichen Überschreitung des MAK-Wertes/Safe Levels auszugehen ist, empfehlen wir bei dieser Art der Anwendung mit Optisept oder Desomed Perfekt höhere Personalschutzvorkehrungen zu treffen.

In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Produkte Desomed Perfekt und Optisept in der Liste des Robert Koch Institutes zur Desinfektion im Seuchenfall diese als wässrige Konzentrate die mit den geringsten Formaldehydgehalten sind.

Langfristig muss überdacht werden, inwieweit andere Wirkstoffe mit ausreichendem Wirkungsspektrum und geringerem Sensibilisierungspotential in Krankenhäusern zur Anwendung kommen.